Sysmon

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Sysmon bietet dir unverzichtbare Telemetrie, um sicherheitsrelevante Vorgänge auf deinem Windows-System präzise zu überwachen.

Sysmon ist das kleine, kompromisslos effektive Telemetrie-Werkzeug aus der Sysinternals-Schmiede von Microsoft. Wenn du ernsthaft verstehen willst, was auf deinem Windows-System wirklich passiert – von Prozessstarts bis zu verdächtigen Netzwerkverbindungen – bringt dir Sysmon die nötige Tiefe. Im Folgenden bekommst du eine klare Einordnung, praxisnahe Tipps und eine ehrliche Bewertung.

Vorteile

  • Sehr tiefe, forensisch verwertbare System-Telemetrie
  • Feingranulare XML-Regeln für präzises Tuning
  • Kostenloses Microsoft-Tool mit geringem Footprint

Nachteile

  • Benötigt Einarbeitung und gutes Regel-Set
  • Ohne SIEM/WEF kein komfortables Reporting
  • Bei falscher Konfiguration viel Log-Noise

Was ist Sysmon?

Sysmon (System Monitor) ist ein Windows-Dienst samt Kernel-Treiber, der dauerhaft auf deinem System läuft und sicherheitsrelevante Aktivitäten in das Windows-Ereignisprotokoll schreibt. Es liefert Detaildaten zu Prozessstarts, Netzwerkverbindungen, Treiber/DLL-Ladevorgängen und Manipulationen an Dateizeitstempeln – genau die Signale, mit denen du Angreifer-Muster erkennst und Vorfälle sauber rekonstruierst.

So funktioniert Sysmon

Installiert wird per Kommandozeile, etwa mit sysmon64 -i [config.xml]. Die Konfiguration aktualisierst du mit sysmon64 -c [config.xml], deinstallierst mit sysmon64 -u. Ein Neustart ist nicht nötig. Die Ereignisse findest du im Event Viewer unter Applications and Services Logs/Microsoft/Windows/Sysmon/Operational.

Unterstützte Systeme

Sysmon unterstützt offizielle Windows-Clients ab Windows 10 sowie Windows Server 2016 und neuer. Die aktuelle Windows-Version des Tools steht als v15.15 bereit.

Hauptfunktionen, die in der Praxis zählen

  • Prozess-Telemetrie mit kompletter Command Line, Parent/Child-Bezug und stabilen GUIDs für saubere Korrelation.
  • Netzwerk- und DNS-Sichtbarkeit (Event IDs 3 und 22) – ideal, um C2-Verbindungen und verdächtige Auflösungen zu sehen.
  • Driver/DLL-Loads inkl. Signatur- und Hash-Infos (Events 6/7) – perfekt gegen unautorisierte Injections.
  • Artefakt- und Anti-Forensik-Erkennung: FileDelete-Archivierung (23), ClipboardChange (24), ProcessTampering (25) sowie die neuen Schutz-Events FileBlockExecutable (27), FileBlockShredding (28) und FileExecutableDetected (29).

Warum du es brauchst

Weil Standard-Logs dir oft nur den Teaser zeigen. Sysmon liefert dir das Drehbuch: Wer startete was, wie und wohin – inklusive Hashes, Pfaden, Netzwerkendpunkten und Zeitbezug. In Incident Response, Threat Hunting und Compliance-Überprüfungen sparst du damit Stunden an manueller Rekonstruktion.

Praxisbeispiel

Eine Kundin meldete “nur” CPU-Spitzen am File-Server. Mit Sysmon sahen wir: neue, unbekannte EXE tauchte kurz auf, wurde sofort geschreddert – und eine verdächtige DNS-Anfrage ging an eine seltene TLD. Dank Event 28: FileBlockShredding blieb das Artefakt erhalten, die Kette ließ sich lückenlos nachzeichnen. Genau hier spielt Sysmon seine Stärke aus.

Setup & Tuning: so holst du das Maximum heraus

  • Regelwerk kuratieren: Starte mit einem bewährten Basisset, verfeinere dann gezielt für deine Umgebung (Include/Exclude).
  • Lärmquellen zähmen: Chatty-Prozesse (Browser, Updater) mit Filtern beruhigen, bevor du flächig ausrollst.
  • Aufbewahrung im Blick: Event 23 (FileDelete archiviert) kann Speicher fressen – aktiviere sparsam oder setze auf Event 26 (ohne Archiv).

Performance & Sicherheit

Sysmon installiert den Treiber als Boot-Start, um selbst sehr frühe Aktivitäten zu erfassen, und der Dienst läuft als Protected Process. Beides erschwert Manipulationen, ohne dass du dafür neu starten musst. Trotzdem gilt: Je breiter dein Capture, desto höher I/O und Log-Volumen – also Regeln sauber justieren.

Kompatible Workflows

Am stärksten ist Sysmon mit Windows Event Forwarding oder einem SIEM: Du sammelst zentral, korrelierst mit anderen Datenquellen und baust Erkennungen, die in deiner Umgebung wirklich anschlagen. Ein praktischer Nebeneffekt: standardisierte Events erleichtern die Parser-Seite im SOC.

Ausblick

Microsoft hat angekündigt, Sysmon-Funktionalität in künftige Windows-Versionen nativ zu integrieren. Für dich heißt das: weniger Rollout-Aufwand, gleiche Sichtbarkeit – und im Idealfall konsistentere Telemetrie im gesamten Bestand.

Fazit

Wenn du Windows verteidigst, führt kaum ein Weg an Sysmon vorbei. Es ist kostenlos, robust, enorm flexibel – und liefert dir genau die Puzzleteile, die in kritischen Minuten entscheiden. Mit einem guten Regel-Set wird Sysmon zum stillen MVP deines Security-Stacks.

Häufig gestellte Fragen:

Ist Sysmon kostenlos?

Ja, es ist ein kostenloses Microsoft-Tool aus der Sysinternals-Reihe (proprietäre EULA, aber ohne Kosten).

Benötigt die Installation einen Neustart?

Nein, weder Installation noch Deinstallation verlangen einen Reboot – praktisch für schnelle Rollouts.

Welche Windows-Versionen werden unterstützt?

Windows 10 und neuer sowie Windows Server 2016 und neuer.

Gibt es auch eine Linux-Variante?

Ja, es existiert ein separates Sysmon für Linux – die Windows-Variante bleibt jedoch der Standard für Windows-Telemetrie.

Welche Version ist aktuell?

Zum Redaktionszeitpunkt ist v15.15 aktuell. Prüfe vor dem Rollout dennoch kurz die Download-Seite, falls seitdem ein Update erschienen ist.

Eigenschaften der Software

Rating:

4,6

Name:

Sysmon

Lizenzart:

Freeware

System:

Windows

Sprache:

English

Update:

09.01.2026

Latest Version:

15.15